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RATGEBER

Antibiotika

Antibiotika sind sehr wichtige Medikamente zur Behandlung von Infektionskrankheiten. Eine gezielte und genaue Anwendung nach ärztlicher Verordnung ist sinnvoll zur erfolgreichen Behandlung der Erkrankungen.


Was sind Antibiotika?


Antibiotika sind, historisch betrachtet, natürlich vorkommende Stoffwechselprodukte von Bakterien und Pilzen, die das Wachstum anderer Mikroorganismen hemmen, oder diese abtöten. Heutzutage zählen auch synthetisch hergestellte Stoffe zur Gruppe der Antibiotika. Neben den Antibiotika (gegen Bakterien) gibt es auch noch Antimykotika (gegen Pilze) und Virostatika (gegen Viren). Zusammen wird diese Gruppe als Antiinfektiva bezeichnet.

Wie wirken Antibiotika?


Man unterscheidet bei der Wirkung von Antibiotika zwischen bakteriostatischer Wirkung (Vermehrung der Bakterien wird gehemmt) und bakterizider Wirkung (Bakterien werden abgetötet). Der genaue Wirkmechanismus ist dabei von Substanz zu Substanz verschieden. Angriffspunkte können beispielsweise die Zellwand des Bakteriums, oder auch eine Störung der Stoffwechselvorgänge (Proteinsynthese) innerhalb des Bakteriums sein.

Was behandelt man mit Antibiotika?


Antibiotika werden zur Therapie von Entzündungen eingesetzt, die durch Bakterien verursacht werden. Das können beispielsweise sein: Wundinfektionen, Harnwegsinfekte, Lungenentzündungen, Meningitis (Hirnhautentzündung) und viele andere Infektionen. Auch in der Intensivmedizin, also in der Therapie von schwerstkranken Patienten, spielt die Antibiotikatherapie eine entscheidende Rolle. Eine „normale“ Erkältung wird von Viren verursacht – eine Therapie mit Antibiotika ist nicht sinnvoll.

Nebenwirkungen einer Antibiotikatherapie


Normalerweise sind Antibiotika gut verträglich. Gelegentlich kann es zu mehr oder weniger ausgeprägten allergischen Reaktionen kommen. Durch Störungen der Darmflora (natürliche Bakterienbesiedelung des Darms) können Durchfälle auftreten.  Einzelne Organe können durch spezielle Antibiotika geschädigt werden (Niere, Hörvermögen), auch kann eine Verstärkung der Koffeinwirkung (Kaffee) durch einige Antibiotika auftreten.

Was sind Resistenzen?


Erfolgt eine Antibiotikatherapie nicht ausreichend lange oder in falscher Kombination können einzelne Bakterien die Behandlung überstehen. Sie bilden Resistenzen gegen die eingesetzten Antibiotika aus. Auf diese Weise entstehen resistente Bakterienstämme, gegen die die üblichen Antibiotika gar nicht mehr, oder nur noch unzureichend wirken. Aktuelle Forschungen versuchen dieses wachsende Problem durch Neuentwicklungen von Antibiotika zu bewältigen.

Wie sollten Antibiotika eingenommen werden?


Eine Antibiotikatherapie sollte immer durch Ihren Arzt angeordnet und begleitet werden. Nur so ist sichergestellt, dass eine effektive Therapie durchgeführt wird. Halten Sie sich strikt an die Anweisungen bezüglich der einzunehmenden Menge und der Behandlungsdauer. Sollten bei Ihnen Zeichen einer Unverträglichkeit (allergische Reaktion, Durchfall) auftreten, suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf.

Antibiotika sind unverzichtbare Medikamente zur Behandlung bakterieller Infektionen. Durch Auswahl der geeigneten Substanz, angepasster Dosierung und ausreichender Behandlungsdauer können Infektionen gut behandelt werden, gleichzeitig wird das Risiko für die Entstehung von Resistenzen minimiert.

Grippeschutz

Die Grippeschutzimpfung muss jährlich wiederholt werden, da sich auch die Grippeviren jedes Jahr leicht verändern und der Impfstoff jährlich angepasst wird. Der beste Impfzeitpunkt ist vor Beginn einer Grippewelle (zwischen Mitte Oktober und Mitte November). Impfen lassen sollten sich vor allem Personen mit geschwächtem Immunsystem und chronischen Erkrankungen.

Was ist eine Grippeschutzimpfung?
  • Die Influenza oder auch echte Virusgrippe ist eine sehr ansteckende Infektionskrankheit, die durch Influenza-Viren ausgelöst wird. Sie darf nicht mit einem harmlosen grippalen Infekt verwechselt werden.

  • Die Influenza ist eine Infektion der oberen Atemwege. Sie beginnt meist sehr plötzlich mit Abgeschlagenheit, hohem Fieber (>38 °C) und trockenem Husten. Später kommen häufig Schwindelgefühle, Schmerzen in der Brust, in Gelenken und Muskeln hinzu. Es besteht ein starkes, allgemeines Krankheitsgefühl. Die Dauer der Erkrankung beträgt meist 1-2 Wochen. Bei Kindern können als zusätzliche Symptome noch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Bei älteren Personen kann die Grippe auch ohne Fieber verlaufen. Die Influenza hat in vielen Fällen einen schweren Verlauf und kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie beispielsweise einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung führen.

  • Influenza ist weltweit verbreitet und es erkranken jedes Jahr auch in der Schweiz tausende Menschen. Jährlich kommt es in der Schweiz zu 100.000 bis 250.000 Arztkonsultationen, 1.000 bis 5.000 Hospitalisierungen und bis zu 1.500 Sterbefällen aufgrund von saisonaler Grippe. 90 % der an Grippe verstorbenen Personen waren über 65 Jahre alt.

  • Die Übertragung der Virusgrippe erfolgt direkt durch Tröpfchen, die von einer infizierten Person durch Husten, Niesen oder Sprechen verbreitet werden. Desweiteren gibt es einen indirekten Übertragungsweg über den Kontakt mit kontaminierten Oberflächen (z. B. Türklinken, Touch Screens), da Viren auf Oberflächen eine Zeit lang überleben können.

  • Die Impfung ist die einzige Schutzmöglichkeit vor der Erkrankung. Bei den Patienten, die trotz einer Grippeschutzimpfung an der Grippe erkranken, ist der Krankheitsverlauf wesentlich milder als bei ungeimpften Patienten.

Wer sollte sich impfen lassen?
  • Eine Grippeschutzimpfung wird empfohlen für:

    • Personen ab 65 Jahren

    • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen

    • Kinder und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung wegen einer Grunderkrankung, wie beispielsweise chronischen Lungen-, Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und anderen Stoffwechselkrankheiten, angeborener oder erworbener Immunschwäche oder HIV-Infektion

    • Personen mit neurologischen Krankheiten wie Multiple Sklerose je nach Verlauf

    • Personen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit des Erregerkontaktes wie medizinisches Personal, Mitarbeiter von Kindertagesstätten und Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr

    • Schwangere Frauen und Frauen, die in den letzten 4 Wochen entbunden haben

    • Frühgeborene (geboren vor der 33. Woche oder mit einem Geburtsgewicht unter 1500g) ab dem Alter von 6 Monaten für die ersten zwei Winter nach der Geburt (reduzierte Impfdosis)

    • Personen, die privat häufig Kontakt zu Personen mit erhöhten Komplikationsrisiko (ältere Personen, Säuglingen unter 6 Monaten) haben

Wer sollte sich nicht impfen lassen?
  • Säuglinge unter 6 Monaten

  • Personen mit Allergien gegenüber Impfstoffkomponenten oder Hühnerei-Proteinen

  • Personen mit Fieber oder akuten Infekten wird empfohlen, die Impfung zu verschieben

Was ist bei der Impfung zu beachten?
  • Die Impfung erfolgt in der Regel in den Oberarm. Nur bei Säuglingen und Kleinkindern wird der Impfstoff in den Oberschenkelmuskel gespritzt.

  • Die Kosten der Impfung werden für Personen, die ein erhöhtes Komplikationsrisiko bei einer Grippeerkrankung haben, von der obligatorischen Krankenkasse übernommen, sofern die Franchise bereits erreicht wurde. Am Arbeitsplatz übernimmt häufig der Arbeitgeber die Kosten der Impfung.

  • Die Grippeimpfung zählt zu einer der verträglichsten Impfungen und ist daher auch für chronisch erkrankte und abwehrgeschwächte Personen zu empfehlen.

  • Häufig treten können Reaktionen an der Einstichstelle auf wie Rötung und Schmerzen, diese sind aber harmlos und klingen schnell nach ein bis zwei Tagen ab.

  • Bei ca. 5% der geimpften Personen kommt es hinterher zu leichten grippeartigen Symptomen, wie Fieber, Muskelschmerzen oder Krankheitsgefühl.

  • Bereits ein bis zwei Wochen nach der Impfung besteht 100-prozentiger Schutz gegen die häufigsten Grippeviren. Der Schutz besteht dann für vier bis sechs Monate.

Die Grippeschutzimpfung im Herbst ist eine wichtige und gut verträgliche Impfung. Sie ist besonders wichtig für chronisch erkrankte und ältere Menschen. Die Impfung muss jedes Jahr wiederholt werden.

 

Stand: Oktober 2013

Link zu Webseite: http://www.impfengegengrippe.ch

Prostata-Erkrankungen

Die Prostata ist ein Organ des Mannes. Erkrankungen dieser Drüse zeigen sich oftmals in Form von Beschwerden während des Wasserlassens oder als Harndrang.

Anatomie und Funktion der Prostata


Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist ein Organ des Mannes und schließt sich im Bereich des Blasenhalses (Fundus) der Harnblase von unten anliegend an. Durch die Prostata verlaufen die Harnröhre (Urethra), sowie der paarig vorhandene „Ductus ejaculatorius“. Durch diesen Kanal fließt während der Ejakulation das prostataeigene Sekret, Sekret aus den Nebenhoden und der Samenblase. Die Funktion der Prostata wird durch das Hormon Testosteron reguliert.

Diagnostik


Die Untersuchung der Prostata beruht, neben dem Abtasten der Prostata durch Ihren Arzt, auf verschiedenen technischen Untersuchungen wie Ultraschall, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder einer Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Mittels einer Prostatastanze kann eine Probe entnommen werden und feingeweblich untersucht werden.

Erkrankungen der Prostata und deren Therapie


Unabhängig von der Art der Erkrankung der Prostata kann es, durch die anatomische Lage in der Nähe des Blasenhalses, bei Schwellung oder anderer Vergrößerung der Prostata zu Harnabflussstörungen kommen. Häufig ist diese Störung eines der ersten Zeichen einer Erkrankung der Prostata.

Prostatitis


Die Prostatitis ist eine, meist bakterielle, Entzündung der Prostata. Diese kann sowohl als akute Form auftreten, als auch über einen längeren Zeitraum bestehen (chronische Form). Patienten mit einer Prostatitis klagen über mehr oder weniger starke Schmerzen während und nach der Ejakulation. Schmerzen können auch im Bereich der Schamregion, der Anal- oder Lendengegend auftreten. Das Wasserlassen kann mit brennenden Schmerzen verbunden (Algurie) sein, ebenso kommt es zu einem häufigen Harndrang (Pollakisurie) und Harnabflussstörungen. Obwohl erst wenige statistische Erhebungen durchgeführt wurden, zeigt sich bereits eine große klinische und gesundheitspolitische Relevanz dieser Erkrankung. Man geht davon aus, das etwa 2-10% der männlichen Bevölkerung unter einem Prostatitissyndrom leiden. Die Therapie der Prostatitis besteht je nach vorliegender Form aus verschiedenen Antibiotika und unterstützenden Medikamenten.

Benigne Prostatahyperplasie (BPH)


Die benigne Prostatahyperplasie ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Gewöhnlich sind Männer im mittleren oder hohen Lebensalter davon betroffen. Ab dem 6. Lebensjahrzehnt findet sich bei etwa 50% aller Männer eine gutartige Vergrößerung der Prostata. Durch ihre anatomische Lage im Bereich des Harnblasenhalses und den Durchgang der Harnröhre durch die Prostata kann es bei Vergrößerung der Prostata zu Beschwerden beim Wasserlassen kommen (Miktionsbeschwerden). Typisch sind auch Entleerungsstörungen, häufiger nächtlicher Harndrang, ein schwacher, unterbrochener Harnstrahl sowie sogenanntes Nachträufeln. Die Therapieziele bei der Behandlung der benignen Prostatahyperplasie richten sich nach Stadium der Erkrankung. Die medikamentöse Behandlung kann ein Fortschreiten des Wachstums verhindern und bestehende Symptome, die zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen, reduzieren. Bei ausgeprägten Komplikationen der Prostatahyperplasie wie Harnverhalt oder starke Blutungen, kann eine Indikation zur Operation gestellt werden. Das übliche Verfahren ist dabei die transurethrale Resektion der Prostata (TURP). Bei dieser Operation wird Gewebe der Prostata durch die Harnröhre mittels einer elektrischen Schlinge abgetragen und so die Größe der Prostata reduziert.

Prostatakrebs


Der Prostatakrebs (Prostatakarzinom, Prostata-Ca) gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. Nach Lungen- und Darmkrebs stellt er die dritthäufigste tödliche Krebserkrankung dar. Während die Erkrankung im Frühstadium oft symptomlos ist, kommen später Beschwerden wie Blasenentleerungsstörungen, Schmerzen beim Wasserlassen, in noch späteren Stadien auch Knochenschmerzen, Blutarmut und Gewichtsverlust hinzu. Häufig hat bereits beim Auftreten erster Symptome eine Metastasierung des Prostatakarzinoms in andere Gewebe stattgefunden. Um die Erkrankung frühzeitig zu erkennen, wird eine Früherkennungsuntersuchung für Männer ab dem 50. Lebensjahr empfohlen. Die Entscheidung zur Therapie ist immer im Einzelfall zu treffen, da das Prostatakarzinom häufig erst in hohem Lebensalter auftritt, so dass fraglich ist, ob eventuelle Symptome überhaupt noch erlebt werden. Fällt die Entscheidung für eine Therapie gibt es verschiedene Optionen, die je nach Stadium der Erkrankung zur Verfügung stehen: Operation mit kompletter Entfernung der Prostata (Prostatektomie), Strahlentherapie, Hormontherapie und Chemotherapie. Neue Therapieverfahren wie z.B. die therapeutische Hyperthermie (Nanotherapie) befinden sich noch in der Entwicklung.

Zögern Sie nicht Ihren Arzt zu konsultieren. Je früher man eine Erkrankung der Prostata therapiert, desto eher kommt man zu einem guten Ergebnis.

Sportverletzungen

Etwa 180.000 Menschen müssen in der Schweiz jährlich aufgrund einer Sportverletzung behandelt werden, Sportunfälle machen etwa 25 % aller Verletzungen aus.


Typische Sportverletzungen


Die häufigsten Sportverletzungen sind Prellungen, Verstauchungen der Gelenke, Verletzungen von Bändern, Sehnen und Muskeln sowie Knochenbrüche. Entsteht eine Verletzung ohne Einwirkung von außen wird sie als „endogen“ bezeichnet. Beispiel für eine endogene Verletzung wäre ein typisches stolpern oder umknicken des Fußes. „Exogen“ werden Verletzungen benannt, die beispielsweise durch den Aufprall eines Balles, oder einen Zusammenstoß mit dem Gegner entstehen.

Vorbeugung


Um Sportverletzungen zu vermeiden sollten Sie folgende Punkte beachten:

Nutzen Sie angemessene Schutzausrüstung (z.B. Helm, Sturzprotektoren)
Vor Training oder Wettkampf sollten Sie sich z.B. durch geeignete gymnastische Übungen aufwärmen.
Überschätzen Sie nicht Ihre eigene Leistungsfähigkeit, Sportunfälle werden durch Erschöpfung und Müdigkeit begünstigt.


Behandlung


Sportverletzungen umfassen eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Verletzungen und damit auch unterschiedlichen Behandlungen. Direkt nach einer Sportverletzung empfiehlt sich eine Behandlung nach dem sogenannten PECH – Schema.

Pause: Unterbrechen Sie Ihre sportliche Aktivität umgehend um schlimmere Verletzungen zu vermeiden.

Eis: Gerade wenn Schmerzen und Schwellungen auftreten hat sich die Kühlung mit Eis bewährt. Sie sollten das Eis allerdings nicht direkt auf die Haut legen, da sonst lokale Erfrierungen auftreten könnten. Legen Sie z.B. ein Handtuch zwischen Eisbeutel und Haut.

 

Compression: Ein enger, stützender Verband ist z.B. am Fußgelenk nach einer Verstauchung hilfreich.

Hochlagern: Das Hochlagern des verletzten Körperteils lindert die Schmerzen und mildert die Schwellung.

Auch bei Sportunfällen kann es zu schweren und teilweise lebensbedrohlichen Verletzungen kommen. Hier ist es wichtig schnell professionelle Hilfe zu bekommen. Zögern Sie nicht den Notruf (144) anzurufen.

Nach einer Sportverletzung


Je nach Verletzung kann es Tage, Wochen oder sogar Monate dauern bis die volle Funktionsfähigkeit des betroffenen Körperteils wieder hergestellt ist. Oftmals ist eine Nachbehandlung der Verletzung beispielsweise durch Physiotherapie notwendig. Je nach Art der Verletzung kann es sein, dass Ihr Arzt Ihnen empfiehlt auf bestimmte Sportarten zu verzichten um eine erneute Verletzung oder eine vorzeitige Abnutzung des betroffenen Körperteils zu vermeiden.   

Wer zahlt die Behandlungskosten?


Durch einen Sportunfall können kurzfristige Behandlungskosten aber auch langfristige Kosten entstehen. Alle diese Kosten werden von Ihrer Krankenkasse übernommen. Seit längerem tauchen aber wiederholt Forderungen auf, diese Kosten durch Zuzahlungen oder Zusatzversicherungen der Sportler abzufangen.  

Sportverletzungen sind häufig und können von Bagatell-Verletzungen bis hin zu lebensbedrohlichen Verletzungen reichen. Durch Schutzausrüstung und Aufwärmübungen können Sie Ihr Risiko für Sportverletzungen senken. Häufige, eher leichte Verletzungen, wie Prellung, Verstauchung von Gelenken und Verletzungen der Bänder sollten nach dem PECH-Schema versorgt werden. Nach einer Sportverletzung muss die volle Funktionsfähigkeit des betroffenen Körperteils wiederhergestellt werden, teilweise kann es nach einer Verletzung sinnvoll sein auf bestimmte Sportarten zu verzichten.

Vorhofflimmern

Schlägt das Herz nicht mehr gleichmäßig, kann ein Vorhofflimmern vorliegen. Etwa 1-2% der europäischen Bevölkerung leiden darunter. Vor allem ältere Menschen sind betroffen.


Was ist Vorhofflimmern?


Normalerweise befindet sich das Herz im Sinusrhythmus, d.h. vom sogenannten Sinusknoten aus werden elektrische Impulse regelmäßig in die Herzmuskulatur geschickt und das Herz schlägt gleichmäßig. Besteht ein Vorhofflimmern kommt es zu ungerichteten elektrischen Aktivitäten im Vorhof des Herzens, das Herz verliert den Sinusrhythmus und schlägt unregelmäßig. Dies bezeichnet man als eine absolute Arrhythmie. Wenn die unregelmäßigen Herzschläge sehr schnell sind, spricht man auch von einer Tachyarrhythmia absoluta (TAA).

Woran erkennt man Vorhofflimmern?


Patienten, die unter Vorhofflimmern leiden, haben oftmals einen zu schnellen und unregelmäßigen Puls. Gerade bei bereits am Herzen vorerkrankten Patienten kann es, durch den zu schnellen Puls, zu Luftnot oder Schwindel, gelegentlich auch zu Brustschmerzen kommen. Über ein Elektrokardiogramm (EKG) kann Ihr Arzt sehr schnell die Diagnose Vorhofflimmern sichern.

Warum ist Vorhofflimmern gefährlich?


Durch zu schnelles Schlagen kann das Herz nicht mehr effektiv arbeiten, innerhalb von Tagen bis Wochen kann sich in manchen Fällen eine Herzmuskelschwäche mit ausgeprägter Herzinsuffizienz entwickeln. Gefährlich ist vor allem  das erhöhte Risiko für Embolien. Durch die Veränderungen des Blutflusses im Vorhof des Herzens können sich leicht Blutgerinnsel bilden, die dann ausgeschwemmt werden, und an anderer Stelle des Körpers ein Gefäß verstopfen können. Besonders gefürchtet ist in diesem Zusammenhang der Schlaganfall. Dieser entsteht durch Verstopfung eines Blutgefäßes im Gehirn.

Wie kann man Vorhofflimmern therapieren?


Bei der Therapie des Vorhofflimmerns unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Maßnahmen. Je nach Dauer des Vorhofflimmerns und des persönlichen Risikos wird Ihr Arzt eine passende Therapie vorschlagen.

Rhythmuskontrolle: Es wird versucht den eigentlichen Sinusrhythmus des Herzens wieder herzustellen. Dies ist bei neu aufgetretenem Vorhofflimmern oft möglich. Neben einer medikamentösen Therapie (chemische Kardioversion) besteht die Möglichkeit der Behandlung mittels Strom (elektrische Kardioversion). Der Patient bekommt während einer kurzen Vollnarkose einen starken Strom durch das Herz geleitet. Dies kann dazu führen, dass das Herz wieder im Sinusrhythmus schlägt. Bei einigen Patienten kann es sinnvoll sein mittels Kathetertechnik den Vorhof von innen mit Strom zu behandeln (Vorhofablation).


Frequenzkontrolle: Durch medikamentöse Therapie wird versucht die Herzfrequenz zu senken.  Dadurch kann das Herz wieder effektiver arbeiten und die Gefahr der Entstehung einer Herzinsuffizienz und deren Folgen werden minimiert.


Embolieprophylaxe: Gelingt es nicht den Sinusrhythmus des Herzens wieder herzustellen, ist es nötig, Medikamente zur Verringerung des Embolierisikos (z.B. Schlaganfall) dauerhaft einzunehmen.


Vorhofflimmern ist eine Erkrankung die mit hohen Risiken einhergeht und deswegen unbedingt behandelt werden sollte. Gelingt es nicht den Rhythmus des Herzens durch Medikamente oder Elektrotherapie wiederherzustellen, sollte die Herzfrequenz medikamentös auf normale Werte gesenkt werden. Um eine Embolie, wie z.B. einen Schlaganfall, zu verhindern müssen entsprechende Medikamente dauerhaft eingenommen werden.

Zeckenbiss

Fast jeder kommt im Laufe seines Lebens mit Zecken in Kontakt. Es ist wichtig dass ein Zeckenbiss rechtzeitig erkannt und die Zecke möglichst schnell entfernt wird. Bei Veränderungen der Einstichstelle ist ein Arzt aufzusuchen um etwaige, durch die Zecke übertragene Krankheiten möglichst frühzeitig behandeln zu können.

Was passiert bei einem Zeckenbiss

Der Zeckenbiss ist eigentlich ein Zeckenstich. Die Zecke verankert ihren Stachel nachdem sie die Haut mit ihren Kieferklauen angeritzt hat. Die Zecke bevorzugt dazu warme und gut durchblutete Körperstellen wie Achseln, Kniekehlen, die Leisten oder den Schambereich. Die entsprechende Stelle wird von der Zecke häufig erst nach einer längeren Verweildauer auf dem Körper gefunden.

Hat die Zecke ihren Stachel verankert sondert sie über diesen ein Sekret ab und beginnt das Blut einzusaugen. Das Sekret verhindert unter anderem die Blutgerinnung und führt zu einer verstärkten Durchblutung der Einstichstelle.

Übertragbare Krankheiten

Es gibt verschiedene Zeckenarten, wichtigster Krankheitsüberträger in Mitteleuropa sind Zecken der Gattung „Ixodes“. Die Übertragung von Krankheiten erfolgt durch den Speichel der Zecke. Gefürchtet ist die Übertragung einer Borreliose (Lyme-Borreliose) oder der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Zwar sind Infektionen insgesamt selten, aber nach einem Zeckenbiss sollte immer daran gedacht werden.

In sehr seltenen Fällen kann das Sekret der Zecke eine allergische Reaktion auslösen, diese reicht von Hautrötung und Jucken bis hin zu Atemnot und Schock.

Vorbeugung

Da sich eine Zecke oft mehrere Stunden auf dem Körper aufhält bevor es zum Stich kommt, ist die beste Vorbeugung gegen Zeckenbisse das Ausschütteln der Kleidung nach Aufenthalten im Freien und das gegenseitige Absuchen des Körpers nach Zecken. Die Wirkung von Insektenschutzmitteln ist meist nur von kurzer Dauer und nicht verlässlich. Je schneller die Zecke entfernt wird – auch nach schon stattgefundenem Stich – desto geringer ist das Risiko einer Infektion. Je nach Region in der Schweiz kann eine Impfung gegen FSME empfehlenswert sein. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Webseite des Bundesamts für Gesundheit unter dem Stichwort „FSME“. (http://www.bag.admin.ch/themen/medizin/00682/00684/01069/index.html?lang=de)

Entfernung der Zecke

Zum Entfernen der Zecke werden spezielle Instrumente angeboten, so beispielsweise eine Zeckenzange, sogenannte Zeckenkarten oder der Zeckenhaken.

Sie können aber auch mit einer handelsüblichen Pinzette die Zecke möglichst hautnah fassen und gerade, unter leichtem Hin- und Herdrehen, herausziehen. Achten Sie darauf, dass die Zecke dabei nicht zu stark gequetscht wird. Wenn Sie sich das Entfernen der Zecke nicht selbst zutrauen, können Sie dafür auch Ihren Arzt aufsuchen.

Weiteres Vorgehen

Es kann durchaus Sinn machen die Einstichstelle mittels Foto zu dokumentieren. Sie sollten die Einstichstelle für etwa 4-6 Wochen beobachten. Tritt eine zunehmende Rötung oder Schwellung auf, oder treten grippeähnliche Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Gliederschmerzen, Fieber oder Kopfschmerzen auf, sollten Sie sofort Ihren Arzt konsultieren.

Selbst in der Stadt kann es jederzeit zu einem Zeckenbiss kommen. Durch zügiges Entdecken und anschließendes Entfernen der Zecke kann man das Risiko von Krankheitsübertragungen verringern. Bei Hautrötungen, Schwellungen oder grippeartigen Symptomen nach einem Zeckenbiss sollten Sie umgehen Ihren Arzt aufsuchen. Je nach Region kann für Sie eine Impfung gegen FSME sinnvoll sein. Sollten Sie einen eigenen Garten haben: Auf einer Wiese mit kurzem Rasen werden die Zecken leicht von Vögeln entdeckt und gefressen.

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